Erste Ergebnisse der PMU-Studie „Optimiertes Schmerzmanagement in Pflegeheimen“ vorgestellt

Auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie 2013 vom 12. bis 14. September präsentierten Wissenschafter der PMU in einem eineinhalbstündigen Symposium zum Thema „Schmerz im Alter“  die thematischen Hintergründe und erste Ergebnisse der OSiA-Studie. Die Bezeichnung OSiA steht für „Optimiertes Schmerzmanagement in Altenpflegeheimen“ und ist eine österreichweite Studie, die vom Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, in Kooperation mit dem Salzburger Universitätsklinikum für Geriatrie durchgeführt wird. Partner des wissenschaftlichen Projekts ist die SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgmbH, Österreichs größter privater Pflegeheimbetreiber.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter vom Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Maria Magdalena Schreier, Mag. Ulrike Stering und Mag. Stefan Pitzer, berichteten gemeinsam mit dem Lehrstuhlinhaber für Geriatrie, Primar Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, über die Ergebnisse der Ersterhebung. In der Evaluationsstudie, die eine Ist-Analyse und eine Interventionsphase mit anschließender Überprüfung auf Effektivität vorsieht, werden Bewohner und Pflegende zum Schmerzmanagement in ihren Einrichtungen befragt. Weiters wird die allgemeine Schmerzsituation der Bewohner erfasst. Je nachdem, ob es sich um kognitiv leistungsfähige oder kognitiv beeinträchtigte Personen handelt, werden diese dazu befragt oder beobachtet. Verwendet werden unterschiedliche validierte Erhebungsinstrumente.

Die Ergebnisse der Ersterhebung zeigen einen Zusammenhang zwischen starken Schmerzen und Appetitmangel mit Risiko für Gewichtsverlust, ebenso bei möglichen Depressionen und Schmerz. Bei der Zufriedenheit der Bewohner mit ihrer Schmerzsituation und mit der medikamentösen Schmerzbehandlung zeigt sich, dass sie bei Zunahme von Schmerzen geringer wird. Bei starken Schmerzen wird auch der Gesundheitszustand von den Bewohnern eingeschränkter empfunden.

Das wissenschaftliche Team der OSiA-Studie untersucht gemeinsam mit Prof. Iglseder auch die Schmerzsituation im Zusammenhang mit medizinischen Diagnosen und verordneten Medikamenten. Es konnte bereits ein nicht unerheblicher Anteil an so genannten PIMs identifiziert werden. Potenziell inadäquate Medikamente sind Medikamente, die Erkenntnissen aus der Geriatrie zufolge bei alten Menschen nicht verordnet werden sollen, da sie mehr schaden als nützen.

Beim Schmerzmanagement werden von den Pflegenden eine Reihe von Optimierungspotenzialen aufgezeigt. Neben der Qualifikation von Pflegenden und Hausärzten wünschen sich die Befragten u. a. eine bessere Kooperation mit Ärzten und eine stärkere Einbindung in die Schmerzbehandlung. Auch in akuten Schmerzsituationen am Wochenende zeigen sich sowohl bei der Verfügbarkeit von Analgetika als auch von Ärzten deutliche Verbesserungspotenziale.

Zwei wesentliche Interventionen, die sich aus der Studie ableiten lassen, sind die Qualifizierung von 100 Pain Nurses und die Einführung einer systematischen und multiprofessionell nutzbaren Schmerzerfassung auf Basis überprüfter Instrumente. Beides wurde in den teilnehmenden Altenpflegeheimen bereits umgesetzt. Derzeit ist das OSiA-Team mit geschulten Ratern vorwiegend aus dem Kollegenkreis wieder auf Erhebungstour in Österreich unterwegs.