Zentrum für Pharmakogenetik und Pharmakogenomik der PMU entwickelt Gentest zum Schutz vor unerwünschten Arzneimittelwirkungen

Univ.-Prof. Dr. Markus Paulmichl, Vorstand des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg, hat gemeinsam mit seinem Team vom Zentrum für Pharmakogenetik und Pharmakogenomik erstmals einen Gentest entwickelt, der vor unerwünschten Arzneimittelwirkungen schützt. 0,6 Prozent der Bevölkerung ist von Nebenwirkungen durch Medikamente betroffen. Der Grund dafür sind meist genetische Defekte, die dazu führen, dass ein Medikament nicht wie vorgesehen im Körper abgebaut und ausgeschieden werden kann. Jährlich werden in Österreich 900 Millionen Euro dafür ausgegeben, um die unerwünschten Arzneimittelwirkungen wieder in den Griff zu bekommen, für 10 Prozent der Betroffenen enden die Nebenwirkungen tödlich.

Die genetische Untersuchung am Institut für Pharmakologie der PMU umfasst 158 pharmakogenetisch relevante Mutationen mit 12 Phase I Enzymen (CYP1A1 etc.), sechs Phase II Enyzmen (GSTP1 etc.) und 11 Transportern (ABCB1 etc.). Damit können für jede Person individuell jene Medikamente identifiziert werden, die zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen führen. Wenn ein Patient bereits Beschwerden hat, können sie mit genetischen Markern verbunden werden. Diese zeigen an, welche der verschriebenen Medikamente nicht zusammenpassen und die Beschwerden auslösen.

Mehr dazu erfahren Sie hier: http://www.pmu.ac.at/fileadmin/user_upload/files/Pharmakologie/SN_Bericht_Pharmakologie_2015-12-12.pdf